Das Hörselberghaus

Schutzhaus auf dem Großen Hörselberg 484m ü. NN

Entstehungsgeschichte

1889 Nach jahrelangen Bemühungen der Gemeinde Hastrungsfeld, von Privatpersonen und dem 1880 gegründeten Thüringerwald-Verein, auf dem Berg ein massives Gebäude zu errichten, wird es endlich möglich, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Vom Frühjahr 1889 bis zum Sommer 1890 dauert der Bau. Am 22. September 1889 wirde Richtfest gefeiert. Dieses Datum ist auf einer Tafel am Turm des Hauses festgehalten.
1890 Am 6. Juli findet die feierliche Einweihung des Schutz- und Gasthauses auf dem Großen Hörselberg statt. Es wird vom Thüringerwald-Verein Gotha erbaut, der am 13. Oktober 1888 das Grundstück für 200 Reichsmark von der Gemeinde Hastrungsfeld erwirbt. Finanziert wird der Bau aus Darlehen, Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Das Haus ist von März bis Oktober geöffnet. Erster Pächter ist der Hastrungsfelder Gastwirt Ernst Meier.
1915 Anbau einer offenen Sommerlaube an die Nordseite des Hauses. Kosten für den Thüringerwald-Verein etwa 1000 Reichsmark.
1920 Im Oktober übergeben die Meiers die Gastwirtschaft an Wilhelmine und Otto Ehrhardt, die von nun an im Hause wohnen. Die am 28. November gegründete Hörselberggemeinde unter Vorsitz von Lehrer Otto Nicolai aus Kälberfeld bringt Leben und Kultur ins Haus und auf den Berg.
1925 Bau einer Zisterne für Regenwasser und einer Trockentoilette, Holzschuppen und Waschküche sowie einer Gästehalle (Holzbaracke). Die Kosten für den Thüringerwald-Verein 1500 Reichsmark. Weitere 1500 Reichsmark werden durch Pachteinnahmen erbracht. Die Baracke wird für Vereinstreffen und Bergabende der Hörselberggemeinde genutzt.
1928 Während der Höhlenforscherwoche des Thüringer Höhlenvereins entdeckt Studienrat König aus Erfurt die Tannhäuserhöhle.
1930 Durch die Erschließung der Tannhäuserhöhle durch Prof. Sommerfeld aus Gießen werden Pläne zum Bau eines "Gesellschafts- und Museumssaales" geschmiedet.

Hörselberghaus um 1940

1940 Bau eines hölzernen Beobachtungsturmes und einer Baracke zur Unterbringung  eines 12 Mann starken Trupps der Wehrmacht. Das Haus bleibt während des Krieges verschont.
1945 Das Haus wird auf Grund des Befehles Nr. 126 der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und die Hörselberggemeinde verboten. Der Thüringerwald-Verein muss seinen Sitz in Gotha aufgeben. Die Geschäfte werden vom einzigen verbleibenden Zweigverein Coburg in der westlichen Besatzungszone weiter geführt.
1951 Seit Anfang April wird das Hörselberghaus von der Gemeinde Hastrungsfeld geführt.
1952 Frau Wilhelmine Ehrhardt, genannt "Mienchen", verlässt nach 32 Jahren den Hörselberg. Ihre Kochkunst war weit bekannt.
1954 Frau Hildegard Baumbach und ihr Mann August aus Kälberfeld übernehmen die Gastwirtschaft auf dem Großen Hörselberg. Sie kümmern sich um den Ausbau des Zick-Zack-Weges, der kürzesten Verbindungen nach Kälberfeld.
1955 Mit einem von August Baumbach errichteten Windrad wird erstmals auf dem Hörselberg Strom erzeugt.
1961 Das Gasthaus übernimmt Frau Gertrud Schröter aus Fröttstädt.
1971 Natur- und Heimatfreunde erarbeiten ein "Hörselberg-Programm" zum Erhalt des Hörselberghauses.
1975 Durch den Bau des Sendeturmes unweit des Hörselberghauses wurde elektrischer Strom zum Haus gelegt. Am 19. Dezember wurde das Haus erstmals elektrisch beleuchtet.
1984 Detlev und Christa Tost aus Ettenhausen/Nesse übernehmen das Gasthaus.
1990  Viele Gäste besuchen den Berg. Neugründung der Hörselberggemeinde am 17. November.
1991 Beratung der Gemeinden rund um den Hörselberg zur Erhaltung des Hauses und der Fortführung der Sanierungsmaßnahmen.
1993 Gründung des Zweckverbandes Hörselberg. Frau Kerstin Feest wird zur ersten Vorsitzenden gewählt. Die Gründungsmitglieder des Zweckverbandes sind die Gemeinden: Großenlupnitz, Wenigenlupnitz, Hastrungsfeld-Burla, Sättelstätt, Kälberfeld, Schönau, Kahlenberg, Wutha-Farnroda und der Verein Hörselberggemeinde e.V. Am 15. Dezember kauft der Zweckverband das Hörselberghaus mit Grund und Boden. Die Kaufsumme beträgt 55000 DM.
1994 Ende Februar kündigt das Ehepaar Nowatsky den Pachtvertrag. Das Haus wird geschlossen und saniert. Am 3. Juli findet die Neueröffnung statt. Neuer Pächter ist Hartmut Fuchs aus Sättelstätt. Am 8. November wird eine Wasserleitung von Hastrungsfeld zum Hörselberghaus übergeben. Die Kosten betragen ca 293000 DM.
1995 Ein neuer Stahlgitter-Sendemast von 28 Metern Höhe wird per Hubschrauber auf dem Hörselberg montiert.
1996 Viel Geld wird für die Sanierung des Hörselberghauses investiert. Es wurden neue Fenster eingesetzt, das Dach saniert, der Küchentrakt und die Gästetoiletten erneuert sowie die Fassade auf der Wetterseite neu gestaltet.
2002 Bei einem Sturm im Oktober wird die Zufahrt zum Berggasthof über Hastrungsfeld durch querliegende Bäume versperrt. Auch am Haus treten Schäden auf. Die Gutachter entdeckten eine schwere Schädigung des Gebäudes. Dem Haus droht der Teilabriss. Die Holzbalken im Obergeschoss und im Turmzimmer sind vom Schwamm zerfressen.
2003 Hartmut Fuchs ist nicht mehr Wirt des Berggasthofes auf dem Großen Hörselberg. Nach einer Sitzung des "Zweckverbandes Hörselberghaus" wird sein Pachtvertrag gekündigt, weil er seiner Pflicht nicht nachkommt, das Haus geöffnet zu halten. Fuchs widersetzt sich der Kündigung und erhält durch Vergleich 40000 € vom Zweckverband als Abfindung für "entgangene Einnahmen". Dafür muß er Ende November den Gasthof räumen, und die notwendigen Sanierungsarbeiten können beginnen. Neue Pächterin ist Jutta Blässer aus Laucha.
2010 Anfang Juli finden die Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen des Hörselberghauses statt. Wegen der Sommerhitze und der Fußball-WM in Südafrika kamen nur wenig Gäste. Ausrichter waren der Zweckverband Hörselberghaus und die Wirtin Jutta Blässer. Auch die Nachbarinnen und Nachbarn der Hörselberggemeinde e.V. beteiligten sich an der Durchführung der Jubiläumsfeier.
2011 Am 1. Januar 2011 endet der Pachtvertrag der Wirtin Jutta Blässer mit dem Zweckverband Hörselberghaus. Sie verlässt das Gasthaus "Großer Hörselberg" nach 7 Jahren. Es wird nach einem neuen Pächter gesucht.
2011 Der neue Pächter des Hörselberghauses ist die Diako Service GmbH. Sie eröffnet das Berggasthaus mit dem Wirt Michael Kohlstock am 2. April 2011.