Die Rühler Bimmel (1880-1967)

Eisenbahngeschichte im Erbstromtal

   

Personenzug mit der Lok Nr. 93584 bei der Einfahrt in den Bahnhof Thal Richtung Wutha

   

Am 23. September 1967 hatte die letzte Stunde für die "Rühler Bimmel" geschlagen. Damit endete ein 87 Jahre langes Kapitel der Eisenbahngeschichte. Die Personenbeförderung nach Thal und Ruhla wurde vom VEB Kraftverkehr Eisenach übernommen. 

Die Bevölkerung der Region trauert ihrer Bimmel noch immer nach. Am Samstag des Abschiedes war die Bahnstrecke von vielen Menschen gesäumt.

Die Nebenstrecke von Wutha über Thal nach Ruhla wurde am 8. Juli 1880 eröffnet. Am 10. Juli fuhr der erste Personenzug, der Güterverkehr begann am 15. September. Die "Bimmel" schuf die Voraussetzung für die hier einstmals blühende Industrie. Auch viele Reisende erreichten so das Erbstromtal und beflügelten den Tourismus in der Region.

Diese Plakette erinnert an die Eröffnung der Bahnstrecke am 8. Juli 1880

Die Rationalisierung des Verkehrswesens am Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts machte auch vor dieser Strecke nicht halt. Zunächst wurde der Bahnhofsdienst und der innere Wagendienst von Ruhla und Thal nach Wutha verlegt. Ab 1. Mai 1967 wurden die bis dahin selbstständigen Bahnhöfe Ruhla und Thal dem Bahnhof Wutha unterstellt. Anschließend wurden die Linienverbindungen auf Busse verlagert. Nach der Grenzöffnung im Jahre 1989 schlossen nach und nach viele Industriebetriebe in Ruhla ihre Pforten. Im November 1997 fiel der Bahnhof Ruhla den Abrissbirnen zum Opfer.

In dieser schnelllebigen Zeit wird noch vieles entstehen und einige Jahre später in Vergessenheit geraten. Möge diese romantische Nebenstrecke und die Zeit der Dampfeisenbahn trotzdem lange in Erinnerung bleiben...

Literatur:

Rockstuhl, H.: Die Geschichte der Ruhlaer Eisenbahn 1880 - 1967 „Rühler Bimmel“. 1997.