Arten am Hörselberg: Die Gelbbauchunke

Gelbbauchunke - Bombina variegata LINNAEUS

Diese seltene Tierart findet man in den Brunnenkresseteichen der Nesse am nordosthang des grossen hörselberges.

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Merkmale
Adulte:

Größe der Männchen und Weibchen 35 bis 55 mm. Oberseite graubraun, oft mit verwaschenen, hellen Flecken. Unterseite inklusive Arme und Beine graublau bis schwarzblau mit auffallenden hellgelben bis orangen Flecken, die meist mehr als die Hälfte der Unterseite einnehmen. Gedrungener Körper, Schnauze gerundet, Pupille herzförmig, Trommelfell nicht sichtbar. Oberseite mit zahlreichen Warzen.

Männchen rufen im Wasser nicht sehr laut (dumpfe, aber melodiöse ,uh ... uh ... uh" - Rufe).

Larven: Der obere Flossensaum reicht höchstens bis zur Rumpfmitte. Schwanzende abgerundet. Gesamtlänge bis 55 mm.
Laich: Die Eier werden in lockeren Klümpchen von 2 - 30 Eiern an ins Wasser hängende Grashalme oder oft auch an überschwemmt Landpflanzen geheftet. Die Eier sind auf der Oberseite mittelbraun, am unteren Pol hellbraun und messen im Durchmesser 1,5 - 2 mm.
Abbildung:
Bildquelle:

Dr. Walter Wüst, Tierkunde - 1. Band Wirbeltiere. Bayerischer Schulbuch-Verlag 1959

Farbbilder der Kriechtiere, Lurche und Fische von Jürgen Ritter

Lebensraum und Verbreitung

Die Gelbbauchunke gehört zu den Amphibien mit enger Bindung an den Lebensraum Wasser. Ursprünglich war die Art ein typischer Bewohner der Bach- und Flußauen. Sie besiedelte hier die im Zuge der Auendynamik entstandenen temporären Kleingewässer.
Als Ersatzhabitate bevorzugt sie temporäre Klein- und Kleinstgewässer wie Traktorspuren, Pfützen und kleine Wassergräben, die meist vegetationslos sind und somit frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden. Durch die schnelle Erwärmung der Kleingewässer ist eine schnelle Entwicklung des Laichs und der Larven gewährleistet.
Man findet diese Pionierart heute häufig in Steinbrüchen oder Kiesgruben sowie auf Truppenübungsplätzen.
Die große Mobilität der Jungtiere bedingt eine schnelle Besiedlung von neu entsehenden Lebensräumen. An Land suchen die Gelbbauchunken Verstecke unter Steinen, totem Holz und in Lücken- und Spaltensystemen von Felsen auf. Die Gelbbauchunke ist in den Mittelgebirgslagen Mittel- und Süddeutschlands verbreitet.