Die Geologie der Hörselberge

Etwa 10% des Gebietes Deutschlands sind von Ablagerungen des Muschelkalkmeeres bedeckt. Vor etwa 215 Millionen Jahren bedeckte ein epikontinentales Meer mit 10 bis 70 Metern Tiefe dieses Gebiet. Das Meer bestand etwa 10 Millionen Jahre, wobei es zeitweise trocken fiel. Spuren von dolomitischen Ausscheidungen, Wellenmarken und Grabspuren von Flachwasserwürmern beweisen das. Salinäre Abscheidungen sind im Gebiet der Hörselberge wenig verbreitet.
Der langgestreckte Höhenzug mit dem Kleinen Hörselberg (426m), dem Mittelberg und dem Großen Hörselberg (484m) liegt zwischen dem Nessetal im Norden und dem Hörseltal im Süden. Zum Norden fällt er flach ab, im Süden erstreckt sich eine schroffe Bergwand mit bis zu 75 Meter hohen Steilstufen. Die Schichten sind am ehemaligen Steinbruch im 165m abgesunkenen und horizontal südlich versetzten Westteil des Kleinen Hörselberges, der Wuthaer Verwerfung, deutlich zu sehen: Oberer Wellenkalk, darunter Terebratelzone (8m), Mittlerer Wellenkalk (22m), Oolithzone (9m) und unterer Wellenkalk. Die Verwerfung entstand durch Erdkrustenbewegungen vor 100 Millionen Jahren.

Wuthaer Verwerfung

Geologische Gliederung des Muschelkalkes
mo 3 nicht nachgewiesen  
mo 2 Ceratitenschichten engständige Wechsellagerungen von Kalkplatten, grobkörnigen Schillkalken, Tonmergel und Mergelkalken, teils dolomitische Bereiche zwischengeschaltet. Häufiges Auftreten von Fossilien.
mo 1 Trochitenkalk überwiegend massive Kalkblöcke, kaum dolomitische Bänke, bis 2 Meter mächtig - aus Seelilienresten  (gesteinsbildend) bestehend. Konglomeratbänke und diechte körnige Klake zwischengelagert. Insgesamt 20 Meter mächtig.
mm 2 Obere Anhydritfolge dolomitisch, Tonstein, Mergel. Anhydrit und Steinsalze im Gebiet der Hörselberge ausgelaugt und nicht mehr vorhanden. Mächtigkeit sehr verschieden, bis zu 65 Meter.
mm 1 Untere Anhydritfolge dolomitische, plattige Kalke, Mergel, wenig Gips, meist hellgraues bis gelbliches Aussehen, teils ockerfarbig. Etwa 7 Meter mächtig.
mu 2 Oberer Wellenkalk fünf stärkere feste Bänke mit zwischengeschaltetem Wellenkalk, davon zwei Terebratel-Bänke (2 und 1 Meter mächtig). Nach 10 bis 20 Meter Wellenkalk folgen drei Schaumkalk-Bänke (schaumiges, blasiges Aussehen an der Oberfläche)
mu 1 Unterer Wellenkalk graue, dünnplattige, wellig gebogene oder faserige Kalkschiefer, zwei teilweise ebenplattige stärkere feste Bänke (20 bis 30 und 50 bis 150 cm), Oolith-Bänke mit Oolith-Körnern von 0,5 mm Durchmesser (rundlich, eventuell verwittert), zwischen den Oolith-Bänken etwa 5 bis 10 Meter Wellenkalk
Schnitt durch das Deckengebirge Der geologische Bau des Großen Hörselberges