Die Geschichte der Entomologie in Thüringen bis zum 2. Weltkrieg

Die Geschichte der Entomologie (Insektenkunde) in Thüringen beginnt etwa 1800. Aus dieser Zeit liegen die ersten Fachpublikationen vor. Die Gründung der „Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt“ 1854 förderte auch die Forschung auf dem Gebiet der Entomologie. 1860 erschien von Keferstein und Wernburg die erste Lokalfauna mit dem Titel „Verzeichnis der Schmetterlinge von Erfurt in einem Umfange von zwei Stunden“. Später erfolgte die Zusammenstellung der Käferfauna von Kellner (1873) und der Schmetterlinge von Knapp (1877).

Die Gründer des Thüringer Entomologen-Vereins 1880

Ende des 19. Jahrhunderts mündete die Tätigkeit der einzelnen Entomologen in die Gründung des ersten Entomologen-Vereins mit Sitz in Erfurt. Zu den Gründungsmitgliedern im Jahr 1880 gehörten unter anderem Wilhelm Martini (1846-1913), Otto Schmiedeknecht (1947-1936), Georg Maximilian von Hopffgarten (1794-1883). Kurze Zeit später folgten weitere lokale Vereinsgründungen: in Gera, Mühlhausen, Gotha, Ronneburg, Jena, Erfurt, Apolda und Arnstadt. Die Vorsitzenden des Thüringer Entomologenverbandes waren z. B. Otto Schmiedeknecht, Gustav Jänner, Arthur Petry und Arno Bergmann.

Viele Insektenarten wurden im Thüringer Wald und rund um die Hörselberge gefunden. Anfang des 20. Jahrhunderts waren in Thüringen bereits bedeutende entomologische Werke entstanden. Dazu zählt u. a. die vom Gründer des Erfurter Naturkundemuseums Otto Rapp herausgegebene Serie: „Die Natur der mitteldeutschen Landschaft Thüringens“. Innerhalb dieser Reihe wurden die Käfer, Fliegen, Wanzen, Ameisen, Bienen, Schlupfwespen, die Kleinschmetterlinge umfassend bearbeitet. In diesen Bearbeitungen wurden 12.000 Insektenarten behandelt. Die Kleinschmetterlinge wurden hauptsächlich von Petry, Beer und Hockemeyer bearbeitet.

Link: Die Geschichte des Thüringer Entomologenverbandes